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Oups...

Die Gute Laune                                
und wie man sie wiederfinden kann ...

               (ohne Garantie, daß die folgenden Hinweise für jeden Menschen unverändert gelten)
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1) Ich bin manchmal ohne rechten Grund traurig, ängstlich, ärgerlich oder müde. Kann man da gar nichts dagegen tun?

Doch, eventuell schon.

2) Na und was?

Es ist so: Die meisten Menschen kümmern sich nicht um ihre Gefühle, überlassen sie einfach dem Zufall. Da ist es nicht verwunderlich, wenn sie immer wieder ohne erkennbaren Grund in schlechte Laune (Stress, Verspannung) hineindriften.

Aber das muß nicht sein, wenn man seine Gefühle bewußt reguliert.

Der Mensch hat die Chance seine Gefühle zu durchschauen, und damit sein persönliches Glück selbst zu bestimmen.

3) Das hört sich ja toll an. Kann ich das auch?

Die wichtigste Vorausetzung ist die, den Unterschied zwischen Gedanken und Gefühlen zu erkennen, den beiden Kräften, die in uns wirken.

4) Ist das schwierig?

Ein wenig schon. Leider verstecken wir unsere Gefühle allzuoft hinter Masken, nicht zuletzt auch vor uns selbst.

Zur guten Laune gehört es aber, daß man seine Gefühle mag. Jedes einzelne hat seinen Zweck, und keines ist falsch oder peinlich.

5) Was sind denn nun eigentlich Gefühle?

Man könnte sagen, sowas wie die Notbremse im Zug. Jedes Gefühl hat eine angenehme (Bremse geöffnet) und eine unangenehme (Bremse geschlossen) Stellung.

Meistens sind die Bremsen aber in einer Zwischenposition.

6) Wieviele von diesen Notbremsen gibt es denn?

Tja, wenn man das so genau wüßte...

Ich will auch nicht behaupten wirklich alle Gefühle zu kennen. Aber es sind jedenfalls weniger als allgemein angenommen wird.

Die umgangssprachlichen Namen der Gefühle bezeichnen die jeweils obere und untere End-Position der Bremsen. Die wichtigsten sind nach meinem Empfinden:

Für einige Empfindungen gibt es noch unzählige weitere Bezeichnungen. Für andere war es schwierig genug auch nur eine verständliche Umschreibung zu finden.

Die Notbrems-Position ist bei den unangenehmen Gefühlen rechts.

Außerdem gibt es noch körperbezogene Gefühle, wie weiter unten beschrieben.

Wenn Du ein wesentliches Gefühl empfinden sollest, das ich nicht aufgezählt habe, dann teil mir das doch bitte mit. Sowas interessiert mich nämlich immer.

7) Was muß ich tun, um die Notbremsen zu öffnen?

Das jeweilige positive Gefühl absichtlich erzeugen. Da die Bremse nur eine Stellung haben kann, verschwindet das negative Gefühl von alleine.

Es ist natürlich völlig nutzlos, sich hundertmal vorzusagen: "Ich bin stolz". Stattdessen sollte man es wirklich empfinden.

8) Aber wie soll ich denn Gefühle mit Absicht erzeugen?

Ich kann nur sagen, es geht. Das wurde mir auch von anderen Menschen bestätigt, mit der Einschränkung, daß der Effekt sofort ausbliebe, sobald man seine Regulierungs-Bemühungen einstelle.

ich habe aber die Erfahrung gemacht, daß die angenehmen Gefühle stundenlang vorhalten können.

Es kommt dabei darauf an alle Gefühle mehrmals zusammen anzuheben, und keines auszulassen, das die anderen wieder runterziehen könnte.

Eventuell hilft es am Anfang die aktuelle Stimmung im Spiegel zu kontrollieren. Etwas Übung ist erforderlich.

9) Welche Folgen hat es wenn ich meine Gefühle anhebe?

Vor allem bist Du dann glücklich. Du fühlst Dich wohl in Situationen, die Dir vorher unangenehm erschienen.

10) Aber wäre es nicht naiv dieses Gefühl zu empfinden, wenn doch die Welt ganz anders ist?

Die Gefühle verzerren sehr stark unsere Wahrnehmung. Wenn Du... ...

Der Gefühlsapparat wirkt auf unsere Wahrnehmung wie ein Eqalizer auf den Klang einer Musik-Quelle. Die Gefühle entsprechen dabei den Einstellreglern.

Wenn die Gefühle im angenehmen Bereich liegen, sieht die Welt ganz anders aus. Sollten dann immer noch Probleme erkennbar sein, dann sind diese vermutlich real. Du kannst dann immer noch, dann aber rationaler, darauf reagieren.

11) Ich habe soviele Probleme, wie sollte ich da glücklich sein?

Manche Probleme scheinen bei genauer Überprüfung irrational zu sein. Das Gehirn ist dennoch in der Lage auch offensichtlich falsche Überzeugungen festzuhalten.

In dem Fall informiere Dich doch eventuell mal über die "kognitive Therapie", manchmal auch "rational emotive Therapie" genannt. Dabei sollte man übrigens den visuellen Teil der Gedanken nicht vergessen.

12) Aber wie soll ich Sympathie empfinden, wenn die Menschen doch wirklich unzuverlässig sind?

Es bedeutet ja nicht, daß Du jedem alles glauben sollst. "Glauben" ist ein rationaler Vorgang, und kein Gefühl. Wenn man die Menschen erstmal als grundsätzlich ok einstuft, kann man vielleicht eher über ihre Verfehlungen lächeln, statt sie verbissen zu sehen.

13) Ich kann dieses eine Gefühl nicht empfinden. Etwas in mir wehrt sich dagegen. Was soll ich da tun?

Möglicherweise hast Du Dir eingeredet, dieses Gefühl sei unpassend für Dich, oder man hat Dir eingeredet, daß dieses Gefühl unerwünscht wäre, zb gesellschaftsschädlich, krankhaft, oder peinlich. Jedes Tabu gegen ein bestimmtes Gefühl ist jedoch Unsinn, denn der Mensch wird mit einem vollständigen Satz von Gefühlen geboren, und jedes erfüllt einen bestimmten Zweck.

Nicht das Gefühl ist falsch, sondern das Tabu.

14) Ich möchte aber nicht über solche Dinge nachdenken. Warum sollte ich?

Die Menschen haben sehr unterschiedliche Methoden, um mit ihren Problemen zurechtzukommen. Für einige mag Verdrängen der richtige Weg sein.

Mir ist das jedoch nie gelungen. Erst als ich mich selbst akzeptiert habe, konnte ich neue Erfahrungen zulassen. Und es befreit ungemein, wenn man endlich mit jemandem über verborgene Dinge sprechen kann, aber erst dann, wenn man sicher ist, daß die Zeit dafür reif ist.

Inzwischen kann es auch helfen, anderen Menschen mit ähnliche Problemen zuzuhören, zB in einer Selbsthilfegruppe.

15) Aber wenn die anderen jemals erfahren, wie ich wirklich bin, dann werden sie mich ablehnen, oder?

Die Mehrzahl der Menschen wird es begrüßen, wenn Du zeigst wie Du wirklich bist, weil sie das sowieso längst wissen.

Nur diejenigen, die zufälligerweise die exakt gleiche Maske tragen, werden Dich in der Tat ablehnen, wenn Du Dich öffnest.

Es gibt für jedes Gefühl, das wir nicht zeigen wollen eine entprechende Maske:

Man maskiert zB. häufig...

Und bestimmt gibt es noch mehr Masken. Es sind alles Einpauk-Sätze, die nicht helfen, sondern nur das Problem verstecken, nicht zuletzt auch vor uns selbst.

Masken werden leider von allen Seiten an uns herangetragen. Von Freunden, die es eigentlich gut damit meinen, und auch von Schriften, die das sogenannte "positive Denken" verbreiten.

16) Die unangenehmen Gefühle sind also schlecht für mich?

Aber nein, auch diese Gefühle sind wichtig, dann nämlich, wenn eine Notbremsung mal wirklich gebraucht wird. Aus diesem Grund darf man die negativen Gefühle auch nicht hemmen. Das könnte die Bremse derart beschädigen, daß sie in einer Gefahrensituation nicht mehr rasch auslösbar wäre.

Wenn die Kraft am Bremsgriff weiter ansteigt löst sie letztendlich aber doch noch aus, dann aber ruckartig. Mit anderen Worten: Die betreffende Person bekommt einen Anfall des betreffenden Gefühls - Wutausbruch - Depression oder gar Panik-Attacke...

Wenn das Gefühls-Tabu sehr ausgeprägt ist, entsteht der Ausbruch eventuell auch bei einem ganz anderen Gefühl. So kann jemand mit Angstzuständen reagieren, weil er Ärger oder Trauer langfristig hinter Masken versteckt.

Deshalb sollte man unbedingt darauf achten, daß alle Bremsen in Ordnung sind, also auch sofort auslösen können, wenn Gefahr droht.

17) In ganz bestimmten Situationen verliere ich immer wieder die Kontrolle. Wie kommt das?

Die Gefühle werden auch noch durch Erinnerungen beeinflusst. Irgendwann hattest Du ein unangenehmes Erlebnis, und die damals empfundenen Gefühle kommen immer wieder mit hervor.

Der Auslöser kann eine Sache, eine Vorstellung, ein Geruch, Musik oder auch eine Körperstelle sein, die berührt wird.

Die meisten Menschen versuchen unangenehme Sachen einfach zu vergessen, was aber noch nie gelungen ist. Vielmehr wirkt das verdrängte Geschehen sogar besonders stark auf unser aktuelles Leben ein.

Man nennt diesen Vorgang Gewissen, und das hat absolut nichts mit Moral zu tun. Das Gewissen im biologischen Sinn ist, denke ich, eher eine automatische, Unannehmlichkeiten vermeidende Vorrichtung. Das Gewissen nimmt uns das Beachten jener Erfahrungen ab, die wir verdrängt haben.

Leider ist die automatische Gewissens-Entscheidung zuweilen völlig unzweckmäßig. Sie folgt eben immer wieder dem gleichen Prinzip, die Wiederholung des damaligen Vorfalls zu vermeiden. Und hinterher erscheint sie uns oftmals unerklärlich, ohne daß wir aber in der Situation etwas daran ändern könnten.

Es lohnt sich daher unbedingt die Entscheidungsgewalt wiederzuerlangen, und seine Belange selbst auszuführen. Dazu müssen wir uns aber den unangenehmen Erinnerungen stellen.

Der richtige Weg ist wohl der, sich mit der Erinnerung zu versöhnen. Das bedeutet, man verdrängt sie nicht weiter, sondern bewegt sie im Geist und überlagert sie dabei mit anderen angenehmeren Gefühlen, die sich bald mit der alten Erinnerung verbinden, wodurch diese zunehmend angenehmer wird, bis man sich ohne Probleme an diese komische Sache erinnern kann.

Mit Übung in der aktiven Gefühls Regulierung, ist es möglich, rasch zu kompensieren. Das kann auch den Erfolg von verhaltenstherapeutischen Konfrontationen sehr unterstützen.

In Frage elf ging es um Gedanken - hier um Erinnerungen. Es gibt da also zwei verschiedene Mechanismen, die irrationales Verhalten aufrecht erhalten können. Zwei Mechanismen, die leicht unterschiedlich arbeiten, und dennoch zusammengehören. Die meisten Probleme breiten sich nämlich rasch von den Gedanken in die Erinnerungen (oder umgekehrt) aus, so daß es dann wichtig wird, beide Bereiche zu korrigieren

18) Aber wie kann ich guter Laune sein, wenn ich doch überhaupt nichts wert bin?

Wenn Dir diese Frage bekannt vorkommt, dann hast Du ein schwaches Selbstbild.

Zweifellos ist Dir die Ambivalenz in dieser Vorstellung bewußt. Einerseits weißt Du genau wo Deine wahren Stärken liegen, und bestimmt sind diese sogar recht beachtlich. Andererseits entsteht in Dir immer wieder schier ohne erkennbaren Grund die Vorstellung wertlos zu sein.

Ich denke, das Selbstbild ist eine Erinnerung an sich selbst.

Es geht dabei nicht um die problematischen Erfahrungen, die man vielleicht in der Kindheit hatte (solche stellen jede für sich eine unangenehme Erinnerung dar, um die man sich vielleicht gesondert kümmern sollte), sondern es geht hier um die Gefühle, die man in Bezug auf sich selbst hier und jetzt empfindet, in Bezug auf das Erkennen der eigenen Anwesenheit.

Die Gefühle, die im Selbstbild abgespeichert sind lassen sich genau wie bei sonstigen Erinnerungen verändern, so wie es weiter oben beschrieben steht, wenn es auch vielleicht etwas länger dauert.

Gleichzeitig sollte man die Gedanken überprüfen, und irrationale solche stoppen.

Nach meiner Erfahrung dauert es ca. zwei Monate, bis eine neue rationalere Betrachtungsweise allmählich automatisch wird...

19) Aber werden die anderen es nicht als Angriff werten, wenn ich plötzlich soviel Stolz zur Schau trage?

Isolierter Stolz erzeugt eventuell eine häßliche Ausstrahlung. Aber wenn man gleichzeitig Sympathie zeigt, also Stolz plus Vertrauen, dann ist das eine wohltuende Mischung, die jeder gerne sieht. Die meisten Fernsehmoderatoren wissen das.

20) Wie soll ich mich gut fühlen, wenn ich schuldig bin?

Schuld ist ein Gedanke, kein Gefühl, aber sie löst besonders starke negative Gefühle aus.

Ich bin der Ansicht, daß der Begriff der Schuld einige grundsätzliche logische Mängel aufweist. So oft wir dieses Wort auch leichtfertig gebrauchen, so zweifelhaft bleibt dennoch sein Sinngehalt.

21) Kann ich dieses eine positive Gefühl auslassen, das mir so unangebracht erscheint?

Auf keinen Fall. Du verlörst einen wesentlichen Teil Deines möglichen Glücks.

22) Gibt es auch Risiken und Nebenwirkungen?

Ich habe festgestellt, daß die Fahrweise im Straßenverkehr sehr direkt an das Angstgefühl gekoppelt ist. Wenn ich daran während der Fahrt herum"manipuliere" dann ändert sich entsprechend die gewählte Geschwindigkeit...

Bei Experimenten hab ich manchmal die positive Gefühlsdosis übertrieben. Ich kam dadurch in eine bedenklich euphorische Stimmung - Wie eine Droge ohne Stoff...

Schließlich ist mir noch aufgefallen, daß man die Kälte weniger wahrnimmt.

Welche Auswirkungen die Gefühle auf das Immunsystem haben, sollte man mal genau erforschen. Die Ergebnisse, die ich bisher dazu finden konnte, unterscheiden im Sinne von meinem Bezugssystem zu wenig zwischen Gefühl und Erregungszustand.

23) Gibt es noch mehr Notbremsen?

Noch einige, die im wesentlichen unmittelbare Körperfunktionen steuern, wie zB:

Appetit - Ekel
Sattheit - verschiedene spezifische Formen von Hunger/Durst
Libido - Häßlichkeitsempfinden

Gerade letzteres ist für unser Wohlbefinden sehr wesentlich, denn auch sehr schöne Menschen empfinden sich gelegentlich als häßlich, weil sie ihre Libido tabuisieren.

Dann empfinde ich noch:

Interesse/Staunen - Langeweile
Diese Bremse wirkt offenbar auf die Lernbereitschaft.

Deutlich von den Gefühlen unterscheiden würde ich die Erregungszustände:
Anregung/Energie - Aufregung/Auswegsuche - Hilflosigkeit/kein Ausweg zu finden
Ich denke, die Erregung ist eine Folge der Gefühle.

24) Woher kommen denn diese Behauptungen?

Das hab ich mich auch schon gefragt. Die Kernpunkte sind mir ziemlich überraschend eingefallen, keine Ahnung woher. Aber es war jedenfalls sehr aufregend.



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